Samstag, 2. März 2013

Eltern-Kind-Blogparade März 2013

"Nomen est Omen oder die unterschiedlichen Herangehensweisen an die Namenswahl"

Wieder hat ein neuer Monat begonnen, und ich war genauso erstaunt wie die Testmama, als das Datum plötzlich auf März sprang. Umso mehr freue ich mich auf eine neue Blogparade, auch wenn das diesmalige Thema für mich sehr schwierig ist.

Ich komme aus einer Kleinstadt, in der es eine überschaubare Auswahl an Namen gab. In unserer Jahrgangsstufe gab es überraschend viele Sabines und Christinas. Einige Annas und besonders viele Julias.
Dann eröffnete ein Spielwarenladen und die Besitzerin hatte einen kurzen, wunderschön und damals sehr exotisch klingenden Namen. Ich trug diesen Namen also in meinem Herzen, so wie einige weitere.

Dann wurde ich schwanger. 

Der Irrsinn ging los. Von allen Seiten wurde ich ständig gefragt, wie denn nun das Kind heißen soll. Da war ich noch nicht einmal im dritten Monat und wildfremde Leute mischten sich dreist und ungefragt in die Namenswahl ein. Noch dazu arbeitete ich in einer Bäckerei, in der viele (wirklich viele) hobbylose Leute ein und aus gingen und mir ungewollte Vorschläge brachten und zudem noch meine eigenen Ideen niederschmetterten.

Bis ich dann schließlich keine Auskunft mehr gab oder einfach irgendetwas erfand.

Meine Familie, ansonsten sehr angenehm, ging mir mindestens so sehr auf den Keks. Täglich musste ich ein "Ich will ja nicht nerven, aber solltet ihr nicht langsam..." "Was machst du denn wenn es jetzt so weit wäre..." "..." Ich bin schwanger, ich kann euch auch denken hören!

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhh!!!!!

Entschuldigung, aber dieser Schrei steckte seitdem quer. ;)

Dann noch die Vorschläge. Liebste Mama, du hattest deine Chance. Der Name MEINER Tochter geht dich nichts an! Und nein, ich möchte keinen Namen mit einer möglichst abgefahrenen Bedeutung, ich möchte einen Namen, der sich für mich richtig und schön anfühlt. Ich möchte keine Aquulahelia nur weil der Name "wunderschöne Blume" heißt. 

Am liebsten hätte ich mein Kind erst kennen gelernt und mich erst dann für einen Namen entschieden, etwa jetzt, wo sich ihr Charakter so deutlich zeigt. Aber leider wird einem dies ja verwehrt. Gerade in der Schwangerschaft war ich nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen.

Der Druck wuchs und es machte es nicht einfacher dass mein Mann und ich so komplett unterschiedliche Vorstellungen eines Namens hatten. Wir warteten bis wir wussten ob es ein Junge oder ein Mädchen wurde, denn den doppelten Druck ertrug ich nicht (er wollte den Jungen auch ernsthaft Elvis oder Rocky nennen).

Seine Vorschläge:
Anastacia
Jasmin
*unaussprechlicher Name* ;)

Meine Vorschläge:
Ronja
Maya
Alana 

Ich hätte heulen können. Wir schienen uns nicht einigen zu können. Noch dazu kam, dass der einzige Name (der Name der einstigen Spielwarenladenbesitzerin) den wir beide schön fanden, nun einer der populärsten Mädchennamen war.

Kann man seinem Kind einen Modenamen zumuten? Ich fand die Vorstellung ganz schrecklich. Ein Zweitname zum Ausweichen musste her. Chaos. Verzweiflung. Mehr Druck von außen.

Schließlich, einige Tage vor der Geburt konnte ich nicht mehr. Spontan entschieden wir uns dann doch für den jetzigen Modenamen und einen Zweiten dazu, der gut passt und auch viele Vokale enthält. 

Meine Oma macht mich bis heute dafür fertig. Sie kann den Namen irgendwie nicht aussprechen, obwohl man ihn spricht wie man ihn schreibt. Ältere Leute im allgemeinen scheinen den Namen zu hassen, und dazu kommt dass ich den Namen auf Spielplätzen nun ständig höre. 

Ein bisschen bereuhe ich die Wahl, besonders als meine Stiefschwester ihr Kind Maja genannt hat, da hat es mir einen kleinen wehmütigen Stich versetzt. Es bleibt auch das Gefühl zu schnell zu dieser Entscheidung gedrängt worden zu sein und 

Online heißt meine Maus weiterhin Schneeflöckchen, Käferchen oder was mir sonst so durch den Kopf geht. Ich kann vielleicht nicht verhindern, dass mir ihr Name einmal heraus rutscht, aber da man ja per Impressumspflicht gezwungen ist, seine Adresse zu nennen ist es mir doch so lieber :)

Wie steht ihr zu Modenamen?
Habt ihr euch auch so unter Druck gefühlt?
Könnten euer Mann und ihr sich leicht einigen?


Liebe Grüße,

junglejane

 




Kommentare:

  1. Liebe junglejane

    Das klingt ja gar nicht gut. Vielleicht wird es ja mit der Zeit besser, dass du die Wahl nicht mehr so bereust.
    Wir hatten das Glück, dass sich unsere Eltern und Freunde mit Namenstips grösstenteils zurück gehalten haben und wir somit unsere Ruhe hatten. Letztendlich war die Einigung relativ leicht, weil wir eben auch einen Namen hatten der beiden gefiel.

    Liebe Grüsse
    Themama

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    1. Hallo,
      ich finde den Namen an sich einfach immer noch sehr schön, nur die Reaktionen der Umwelt sind wirklich traurig.
      Schön dass sich eure Eltern und Freunde zurück gehalten haben, ich glaube wenn ich nocheinmal schwanger werde, dann verstecke ich es bis ich einen Namen habe, so sehr hat mich das gestresst :D
      Viele liebe Grüße,
      junglejane

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  2. Nein, ich stehe nicht auf Modenamen, bzw sagen wir es mal so, ich habe nie an die Hitlisten oder so gedacht bzw da reingesehen und kenne Modenamen nicht nur die No-Go-Namen ;-)
    Ja, und wie, der Druck kam von überall, gerade dann, wenn man sich für einen Namen entschieden hatte und froh war und diesen erzählt hat. Zum Schluß haben wir nur noch den falschen Namen gesagt, damit keiner mehr den wirklichen Namen zu wissen bekommt ;-)
    Mein Mann und ich haben sowohl getrennt als auch zusammen Namen gesucht und haben uns zusammen für den jetzigen Namen entschieden und sind Glücklich so wie er ist.
    Lg Carmen

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    1. Hallo,
      ja die Modenamenliste war für uns eigentlich eher zum ausschließen gedacht, aber da der Name nuneinmal beliebt zu sein scheint, haben wir wenigstens einen zweiten Namen gewählt, der etwas unüblicher ist.
      Wer weiß schon, wie sie selbst zu ihrem Namen stehen wird, vielleicht sagt ihr auch gar keiner davon zu oder aber die Alternativen hätten ihr gar nicht gefallen.

      In der Schwangerschaft habe ich irgendwann genau wie du falsche Namen erfunden, vielleicht sollte ich das wieder einführen. Bevor ich mich verrückt mache, nenne ich jetzt älteren Leuten (die ich nie wiedersehe) einfach einen falschen Namen, um das Gemeckere zu vermeiden :)

      Liebe Grüße,
      junglejane

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  3. Hallo Jane,
    vielen Dank für deinen Kommentar auf meinem Blog.
    Die Namenssuche ist wirklich nicht einfach und man kann sich da wohl wirklich nur auf sein Gefühl verlassen, da wir unsere Kinder nunmal nicht selber fragen können.

    Liebe Grüße von Frau Hummel

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  4. Den richtigen Namen für ein Kind zu finden ist nicht leicht. Bei uns gab es vor der Geburt des Lavendeljungens auch einigen Streit deshalb. Mein Mann favorisierte ganz andere Namen als ich. Ich habe meinen Bauchzwerg dann einfach immer mit dem Namen angesprochen, den ich wollte. Irgendwann hat mein Mann den Namen übernommen und so konnten wir uns dann doch einigen. Bei dem Namen unserer Wahl handelt es sich übrigens um keinen Modenamen.

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  5. Mich hat es auch immer genervt tolle olle Namensvoschläge zu bekommen. Inder Verwandtschaft schlug mir jemand chiara vor, was übertrage hell heist. Ich sagte darauf nur, wie toll das wäre, wenn mein Kind dann dunkel (also südländisch aussieht. ;-) as war zu einer Zeit, also wir das Geschlecht noch net gesagt bekommen hatten. Und für einen Jungen hätte Chiara dann eh net gepasst.^^

    LG Mel

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  6. Hallo Jane,

    die Modenamen finde ich persönlich nicht so toll, da fast jeder dritte sein Kind so nennt,

    LG

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  7. Meine Mutter stresste bei JEDEM Kind herum und fragte immer, ob wir nicht endlich einen Namen hätten. Bei Kind 2 fanden wir den übrigens ein paar Tage nach der Geburt erst und das war auch gut so. :)

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