Samstag, 2. Februar 2013

Eltern-Kind-Blogparade Februar 2013

Kinder und Essen

Nachdem die Testmama schon im Januar mit dem Thema ihrer Blogparade exakt das Thema getroffen hat, das mich am stärksten beschäftigt, ist es nun im Februar gleich wieder passiert. Ich finde es wirklich total schön und spannend, dass es so eine Aktion gibt und freue mich schon sehr auf die Beiträge der anderen.
Diesmal ist das Thema: "Kinder und Essen". 

Mein Mann isst eigentlich ausschließlich Fleisch, während ich selbst vegetarisch lebe. Wir wollten die Entscheidung unserem Kind überlassen, sobald sie dazu in der Lage ist. Momentan koche ich vegetarisch für sie, ich wüsste auch nicht wie man Fleisch überhaupt zubereitet.... Ich sehe mich mit vielen Vorurteilen beladen und muss mich ständig verteidigen. Die Leute benehmen sich, als würde ich ihr nur Papier und Steine zu essen geben, dabei ernähre ich sie sehr ausgewogen und bedacht.

Mit einem halben Jahr begann ich mit der Beikost, aber nach zwei Monaten Mittagsbrei (jeder andere wurde gleich verwehrt) ging sie auf einmal in den Hungerstreik. Sie wollte partout nur noch gestillt werden. Die Umwelt hackte auf mir herum, ich solle dem Kind doch endlich etwas "richtiges" geben außer nur Muttermilch und nicht einmal mein Kinderarzt wollte mir glauben, dass ich das nicht freiwillig mache. Aber hätte ich mit dem Schraubenzieher ihren Mund aufhebeln sollen? Ich konnte nur geduldig jeden Tag erneut Nahrung anbieten und abwarten. BLW hatte ich ebenfalls erfolglos versucht.

Dann, drei Wochen vor ihrem ersten Geburtstag, begann die wundervolle Wandlung: Mein Kind wurde zum Vielfraß und das quasi über Nacht. 
Innerhalb von einem Monat hat sie jede Stillmahlzeit tagsüber durch Brei ersetzt, einen weiteren Monat später stieg sie auf Familienkost über und 
einen weiteren Monat später fiel auch das nächtliche Stillen weg (nur noch einmal zum Einschlafen).

Ich fiel aus allen Wolken. Doch nicht nur das, sie isst (momentan, *hust*) einfach ALLES. Ich möchte sie so gesund wie möglich ernähren, so lange sie noch nicht mitreden will. 
Dabei halte ich mich an die Empfehlungen des Instituts für Kinderernährung.
Bei vegetarischer Ernährung ist ausserdem wichtig, dass man Milchprodukte und eisenreiche Kost nicht kombiniert, da das Eisen sonst nicht so gut aufgenommen wird.
Also verteile ich die 300 ml Milch auf das Frühstück und Abendessen und achte bei den weiteren Zwischensnacks und beim Mittagessen auf gute Eisenquellen und gebe zusätzlich Vitamin-C reiches Gemüse dazu, oder auch einen Schuß Limettensaft ins Essen.
Proteine müssen nur geschickt kombiniert werden, Kartoffeln mit Eiern, Linsen mit Reis oder Milch mit Weizen haben hochwertigeres Eiweiß als ein kleines Steak.

Ich wechsle als Beilage Nudeln, Parboiled Reis, Getreide (z.B. Hirse) und ab und an Quinoa*  ab und halte mich bei der Auswahl des Gemüses an die Ampelfarben, um möglichst viel Abwechslung hinein zu bringen.Über das fertige Essen kommen oft frische Kräuter, die ich ganz fein hacke, oder auch frisch gezüchtete Sprossen.
Weil es keine kleinen Vollkornnudeln hier gibt, gebe ich immer etwas Vollkornbreipulver in die Saucen, damit es ein bisschen gesünder wird.
(* Die Schale von Quinoa enthält Bitterstoffe, weswegen hier in Deutschland empfohlen wird, es erst ab zwei Jahren zu füttern, allerdings ist der erhältliche Quinoa gründlich geschält und gewaschen. In anderen Ländern gibt man Quinoa aufgrund der vielen Gesundheitsvorteile schon ab 8 Monaten, aber das muss jeder für sich heraus finden, denn jedes Kind ist ja anders)

Bei den Mengen bin ich mir allerdings unsicher, meine Maus isst ungeheuer viel... es wäre spannend mal Fotos zu sehen, wieviel eure Zwerge so verspachteln :) Sehr praktisch finde ich die Empfehlung, die Kinderhand als Portionsmesser zu nehmen.

Als Zwischensnack gibt es immer verschiedenes Obst mit Brot oder zuckerfreien Haferkeksen. 

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Empfehlung des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund:
1-3 Jahre

reichlich
Getränke: 600ml
Brot, Getreideflocken: 80g (1 handgroße Scheibe oder zwei Hände voll)
Kartoffeln, Nudeln, Reis, Getreide: 100g (2 Hände voll)
Gemüse 120 g (1-2 Hände voll)
Obst 120g (1-2 Hände voll)

mäßig
Milchprodukte 300ml (100 ml Milch = 100 g Joghurt = 15 g Käse = 30 g Weichkäse) 
Fleisch, Wurst 30g (1 Handteller)
Eier 1-2 Stück pro Woche
Fisch 25 g /Woche (1 Handteller)

sparsam
Öl, Margarine, Butter 15 g
Süßes, Knabberartikel maximal 90kcal (10 % des Tagesbedarfs)


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Ich bin sehr gespannt auf euer Rezepte, mein Essen ist irgenwie nicht immer sehr fotogen (gerade wenn man alles ganz klein matschen muss), aber ich habe dennoch mal eine Idee eingestellt.

Pfirsichrisotto












Ich war gerade dabei, die Rubrik "Vegetarische Familienkost" auszubauen, und es kommen in den nächsten Tagen noch viele Rezepte dazu. Z.B. Powerlinsen, grünes Perlgraupenrisotto, Semmelknödel mit Linsensauce, Pilzbolognesesauce und viele mehr. 

Ich freue mich auf euer Beiträge, sorry dass der Text so lang wurde,

Liebe Grüße 

junglejane

Kommentare:

  1. Wow, ich bin total beeindruckt, wie viele Gedanken du dir über die Ernährung deines Kindes machst!! wir sind zwar alle keine Vegetarier, aber ich finde gut, dass du dich ganz genau informierst und weißt, was man durch was ersetzen kann. Bin mir sicher, dein Kind ernährt sich ausgewogener als die meisten "Fleischesser"! Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  2. Ich denke, solange man sich darum bemüht sein Kind gesund zu ernähren ist es vollkommen egal ob es Fleisch isst oder Nudeln. Sie scheint ja alles zu mögen, das sie von dir bekommt und ich sehe keinen Grund etwas an deiner art und weise zu ändern. Daher "lass ie Leute reden..." *Sing*

    AntwortenLöschen
  3. ist ja lustig, bis ich mein Testpaket erhielt kannte ich Quinua gar nicht, und jetzt lese ich bei dir ein rezept....hab mich über deinen Besuch auf meinem Blog sehr gefreut. LG Desiree

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Junglejane,

    du hast einen richtig gelungenen Blog. Ich werde in Zukunft öfter mal bei dir vorbeischauen.

    LG,
    Sally

    AntwortenLöschen
  5. Dass die anderen einem immer reinreden müssen... Wir sind keine Vegetarier, unsere Kinder essen aber auch kaum Fleisch. Finde ich überhaupt nicht schlimm und wenn sie es gar nicht äßen, wären das vollkommen okay. Da wir sowieso mäkelige Esser haben, bin ich froh um alles, was sie essen (von Süßigkeiten abgesehen). Und ich schließe mich Viv an, ich bin mir auch sehr sicher, dass sich dein Kind ausgewogen ernährt :)

    AntwortenLöschen
  6. Das wollte ich gerade fragen, ob du an Eisen für dein Kind denkst, wenn es nur vegetarisch gibt. Was mir bei uns so auffällt, wir essen eigentlich wenig Fleisch, dafür eben mehr Schinken auf dem Brot. Liegt vielleicht auch daran, das mein Mann das eher in der Spätschicht in der Kantine isst.
    Ich verstehe manche Leute einfach nicht man sollte eben nur das essen was man mag- kann doch denen eigentlich egal sein. Aber für viele ist eben Fleisch an der Tagesordnung. Wenn wir bei der Schwiegermutter zum Essen eingeladen sind, gibt es grundsätzlich immer nur was mit Fleisch, obwohl ich mich auch nur mit einer Gemüselasagne zu Frieden geben würde. Irgendwie habe ich auch den Geschmack an Fleisch verloren, vor allem an Puten- und Hähnchenfleisch. Vielleicht liegt es aber auch an meiner Schwangerschaft. Sehr eigenartig.

    AntwortenLöschen
  7. Das finde ich ja interessant, wie Vegetarier das bei ihren Kindern bzw. Familien halten. Auch dass der Mann des Hauses doch gerne Fleisch isst, hätte ich nicht gedacht bzw. wäre ich wohl davon ausgegangen, dass "wenn dann beide" Vegetarier sind. Blöde Vorurteile, ich weiß.

    Wir sind zwar keine Vegetarier, aber ich finde es auch enorm wichtig fleischfreie Tage einzuführen. So haben wir nun Tage, an denen es gar kein Fleisch gibt (auch Aufschnitt), Suppen- und Fischtage. Allgemein kommt viel Gemüse zum Essen, allein schon wegen dem Säure-Basen-Haushalt des Körpers.

    AntwortenLöschen
  8. Huch, lieben Dank für die vielen netten und positiven Kommentare, es tut wirklich gut einmal nicht an den Pranger gestellt zu werden :)
    Mittlerweile komme ich mit meiner Entscheidung auch sehr gut zurecht, meinem Kind geht es gut und sie entwickelt sich super.
    Wenn sie nun Fleisch probieren wollen würde, hätte ich damit kein Problem, solange es jemand anders kocht :D
    Liebe Grüße,
    junglejane

    AntwortenLöschen
  9. Hallo Junglejane,
    bin leider erst jetzt dazu gekommen deinen Beitrag zu lesen. Ich finde das echt bewundernswert, wie du das mit der vegetarischen Eränhrung durchziehst. So lange sich deine Tochter dabei wohl fühlt und sich normal entwickelt ist das doch klasse! Ich wusste auch gar nicht, dass es dabei so viel zu beachten gibt (z.B. was die Kombinationen angeht):-O.
    Liebe Grüße,
    Daniel

    AntwortenLöschen