Mittwoch, 18. Juli 2012

Die guten alten Dinge

Ostheimer


Bei aller Liebe für Neuheiten und Innovationen tut es doch gut, sich hin und wieder auf die guten alten Dinge zu besinnen. Deswegen habe ich beschlossen, diesen besonderen Schätzen eine eigene Post-Serie zu widmen.

Anfangen möchte ich mit den Ostheimer Holzfiguren. Diese haben mich durch meine gesamte Kindheit begleitet. Stundenlang habe ich mir damit Regentage versüßt und bin in meinen Fantasiewelten versunken. 

Gestaltet sind die Figuren sehr einfach und gerade in ihrer Schlichtheit liegt ihre Stärke. Die Figuren haben keine Zusatzfunktionen, sie geben keine Geräusche von sich oder machen Musik, wenn man auf Knöpfe drückt. Gerade deswegen sind sie so vielseitig zu bespielen, da man sich mit ihnen einfach nicht langweilt.

Ich erinnere mich, wie ich mit ihnen Situationen nachgespielt habe, die ich beobachtet habe, und verschiedene Lösungen für Alltagsprobleme entwickelt habe. Die Figuren standen alle in Beziehung zueinander, es gab Streit und Versöhnung, Eifersucht und Liebe. Freundschaften entstanden und zerbrachen, Familien zerstritten sich und fanden wieder zueinander. Wieviele seelische Schwierigkeiten halfen sie mir zu überwinden! 

Einmal bekam ich eine Barbie Puppe geschenkt. Man konnte sie an- und wieder ausziehen, oder ihr die Haare bürsten. Sie landete im Schrank, da ich nichts mit ihr anzufangen wusste. Sie hatte einfach keine Seele, wie es die Holzfiguren hatten.

Nun, zwei Jahrzehnte später, übergebe ich die Ostheimer Figuren an meine Tochter. Die Figuren sind wie neu, und das nach all den Jahren. Wer kann das schon von einer Plastikpuppe behaupten?


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